Borderliner und die ungezügelten Agressionen

Vielen Borderlinern wird das nachgesagt und eigentlich trifft es bei jedem Fall dieser Erkrankung zu. Die ungezügelten Aggressionen.

Natürlich gibt es dort noch Differenzierungen.
Die Einen leben es ganz offensichtlich zu Lasten der Umfeld aus. Menschen, Gegenstände im nahen Umfeld dürfen dran glauben. Aber auch die Entwicklung die Agressionen gegen sich selber auszuleben ist nicht weniger schwer. Es fällt nicht so sehr auf und außer dem Betroffenem selbst, wird sonst keiner in Mitleidenschaft gezogen.

Falsch sind sie alle. Aber wer sich auf den Weg der Heilung begeben will, endlich damit beginnen will damit zu leben, was er nun mal ist, der muss das in den Griff bekommen.
Es wäre ein erster Schritt dieser Erkrankung die Macht über die eigene Persönlichkeit zu nehmen. Man fängt endlich an zu kämpfen, ergreift ganz klar Position gegen die innerlichen Einflüsse, die falschen Tendenzen.
Wie auch überall ist der Anfang am schwersten. Und da die Tendenzen zur Explosion, zur Zerstörung, zum Hass aus einem selber kommen, wird es nur schwerer. Sie werden sich üben müssen. Immer wieder und wieder und wieder.
Und irgendwann werden sie ein einziges Mal triumphieren. Nur ein Mal. Dies ist nicht eine Weltveränderung, die Menschen werden Sie deswegen nicht umarmen, denn es weiss keiner außer Ihnen. Aber Ihr Ich wird erkennen, dass es sehr wohl eine Entscheidungsmöglichkeit hat. Es muss sich zu keiner Zeit willenlos ergeben. Es kann und darf kämpfen und es wird siegen!!!
Rückschläge? Oh, die werden Sie erleben müssen. Sehr oft. Aber wie oft brauchten Sie, bis Sie endlich alleine gehen konnten?
Als Mittel zum Kampf bieten sich Skills an. Auf die werde ich in einem anderen Artikel eingehen.

Was ich Ihnen jetzt an die Hand geben will, das ist genau das, was Sie zerstört.
Der Hass, der in Ihnen steckt. Sie haben sehr viel davon, eine unendliche Quelle. Vielleicht wollen Sie es nicht zugeben?
Tun Sie es ruhig. Es erfährt keiner. Ich verrate es nicht und Sie garantiert auch nicht.
Versuchen Sie diesen Hass zu benutzen. Ich weiss, dass hört sich seltsam und nichtssagend an. Wie eine Floskel. Aber dem ist nicht so.
Ich verlange jetzt eine Sache von Ihnen. Ich will dass Sie agressiv werden. Rufen Sie alle Erinnerungen hervor, von Menschen, die Sie verletzt haben. Von denen die Sie betrogen haben. Rufen Sie alles hervor, was Sie belastet. Verletzt hat und auch noch tut. Kinheitserinnerungen? Selbstverletzung? Rufen Sie sich diese Momente in die Erinnerung und fühlen Sie, was Sie dort erlebt haben.
Und jetzt? Sie lesen meinen Artikel nicht weiter, sondern ziehen sich an und gehen raus. Verlassen Sie die Wohnung, das Haus. Und gehen Sie spazieren. Nicht gemütlich. Sie werden Ihre Wut herausstampfen. Suchen Sie sich einen weiten Weg. Kein Gedanke an den Rückweg. Bei jedem Schritt lassen Sie die Bilder wieder hochkommen und die Agressionen, die Trauer fließen. Sie werden nicht umkehren, bis die Agressionen raus sind. Wie Sie das merken? Sie gehen beruhigt. Nicht kontrolliert, sondern eher erschöpft. Und jetzt raus. Vor Ablauf einer Stunde will ich Sie nicht mehr hier sehen.
………………………………….
Sie sind wieder da? Eine Stunde? Na, ok. Mit gutem Willen darf ich anerkennen, dass Sie es gemacht haben. Es war Ihr erstes Mal und so will ich ein Auge zudrücken.

Was zeigt uns dieses kleine Experiment, wenn Sie es wirklich gemacht haben?
Wissen Sie warum Sie ausbrechen, austicken, ausflippen? Warum die Emotionen mit einem Mal ausbrechen? Weil Sie angestaut werden. Sie ignorieren Sie, beachten sie nicht. Dann kommt es zu so einem Schwall.
Wenn Sie aber vorher schon ganz bewusst auf diese “negativen” Gefühle zugreifen und sie kontrolliert ausbrechen lassen, so kann ein späterer Ausbruch nicht mehr so stark werden und Sie bekommen ihn leichter unter Kontrolle.
Ich hoffe Sie haben verstanden, welche Vorgehensweise ich Ihnen vorschlage? Klappt es mit den Erinnerungenn nicht, so benutzen Sie Musik. Oder auch beides zusammen.
Machen Sie das oft. Und mit der Zeit werden Sie lernen, die Agressionen auch im “normalen” Rahmen einzusetzen.
Sei es auf der Arbeit, im Sport oder bei sonst körperlicher Anstrengung. Es ist eine Kraft, die wenn Sie die unter Kontrolle bekommen, so vieles erleichtert.
Es sei hier nur mal am Rande darauf hingewiesen, dass Epileptiker in einem Anfall drei mal so viel Kraft wie normal entwickeln und auch Kranke, die psychische Anfälle erleiden, können größere Körperkräfte entwickeln. Sicher werden Sie kein Hulk, kein Superheld, so weit gehen wir nicht.
Aber was wirklich in Ihnen schlummert an Optionen, wenn Sie diese Krankheit anfangen zu benutzen anstatt sich ihr zu ergeben, dass können Sie nur selber und durch viel Selbstbeherrschung und Eigenkontrolle herausfinden.
Es ist ein Weg der sich lohnt. Holen Sie sich die Kontrolle zurück.

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